sexuelle Gewalt
Beratung und Notruf zur Sexueller Gewalt:
Thamar
- Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt
absatz1

Was soll ich machen, wenn ich jemand kenne, die/der missbraucht wurde oder
wird?
- Versuche, verständnisvoll zu sein und lass sie oder ihn wissen, dass
du dich sorgst und ihr/ihm glaubst. Genau das braucht sie/er. Du kannst
auch ein Stichwort geben, z.B. indem du sagst: "Ich finde du bist heute so
ruhig. Du siehst ein bisschen traurig aus. Stimmt was nicht? Willst du mit
mir darüber reden?" Sagt sie/er, dass sie/er missbraucht wird, versuche
sie/ihn zu bewegen, es auch einer erwachsenen Vertrauensperson zu erzählen
oder zu einer Beratungsstelle zu gehen. Wenn du magst, biete an, bei dem
Gespräch dabei zu sein. Du solltest aber abwarten, bis sie/er bereit ist
selbst etwas zu unternehmen (solange du sicher bist, dass keine
körperliche Gefahr besteht). Bei jemandem Hilfe zu suchen sollte eine
persönliche Entscheidung sein. Dass jemand mit dir über das Erlebte redet,
ist der erste große Schritt. Wenn du jemandem hilfst, darüber zu reden,
tust du bereits alles, was du kannst.
absatz2


Was kann ich tun, wenn ich selber missbraucht wurde?
- Es ist leichter damit zu leben, wenn du Menschen hast, mit denen du
darüber sprechen kannst und die dich respektieren und verstehen. Manchmal
gibt es solche Menschen nicht im Freundeskreis oder in der Verwandtschaft.
Dann kannst du zu uns, THAMAR, kommen. Wir unterstützen dich, egal, wie
lange deine Erlebnisse zurückliegen oder ob die Gewalt noch anhält. Wenn du
zu uns kommst, entscheidest du selbst, was du unternehmen und worüber du
sprechen möchtest.
absatz3


Ich wurde vergewaltigt. Was soll ich jetzt machen?
- Bist du vergewaltigt worden, ist deine erste Reaktion vielleicht es
niemandem zu sagen. Du willst wahrscheinlich nur nach Hause, baden oder
duschen und deine Kleidung wechseln. Versuche trotzdem, es deinen Eltern oder
einer/einem engen Freundin/Freund zu erzählen. Die meisten Menschen können
leichter Abstand gewinnen, wenn sie über das Geschehene mit jemandem reden.
Falls du dich jetzt oder später zu einer Anzeige entschließen solltest, kannst
du folgendes tun:
- Gehe zu einem Arzt/einer ärztin oder in die nächste Klinik. Eine
gynäkologische Untersuchung ist wichtig, um etwaige Samenflüssigkeit
nachzuweisen oder Verletzungen festzustellen.
- Bewahre die Kleidung, die du getragen hast, auf. Zusammen mit dem
ärztlichen Bericht kann sie wichtige Beweise liefern.
- Wenn du zur Polizei gehst, nimm eine Vertrauensperson mit, die dir
sowohl als Zeuge als auch zur moralischen Unterstützung dienen kann.
- Versuche die nächsten Tage nicht allein zu sein. Du wirst sehr
unglücklich sein, und es sollte jemand, der sich um dich kümmert, bei dir
bleiben.
- Oft hilft es, das Geschehene mit Hilfe einer Therapeutin oder Beraterin
aufzuarbeiten, um mit schwierigen Gefühlen umzugehen. Dein Hausarzt kann
dich vielleicht zu einer Therapeutin überweisen, oder du suchst eine
Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt (THAMAR) auf.
absatz4


Was geschieht, wenn ich Hilfe suche?
- Wenn du dich an THAMAR wendest, kannst du verschiedene Möglichkeiten der
Unterstützung wahrnehmen. Wir
- hören dir am Telefon oder bei persönlichen Gesprächen zu
- überlegen mit dir, welche Möglichkeiten es gibt, die anhaltende Gewalt
zu stoppen und mit dem Erlebten fertig zu werden
- begleiten dich auf Wunsch zu ÄrztInnen, RechtsanwältInnen oder auch zur
Polizei
- besprechen mit dir die Möglichkeit einer Anzeige und erklären den
Prozessverlauf
- bieten Selbsthilfegruppen an. Wir handeln nicht über deinen Kopf hinweg
- Wir helfen auch weiter, wenn Menschen, die dir wichtig sind, vergewaltigt,
sexuell missbraucht oder sexuell belästigt werden bzw. wurden. Die Beratungen
sind vertraulich und kostenlos. Außerdem kannst du auch so mal vorbeikommen
(vorher anrufen und sagen wann), um dir Infomaterial abzuholen oder Bücher
auszuleihen, falls du mal Erlebnisberichte oder Romane zu dem Thema lesen
möchtest
absatz5


Warum hilft es darüber zu reden?
- Was soll es schon nutzen, darüber zu sprechen", denkst du vielleicht, "es
kann ja doch niemand etwas tun." Aber es hilft eben doch, darüber zu sprechen.
Auch wenn du meinst, dass man nichts tun kann. Du fühlst dich weniger hilflos,
weil du nicht mehr so allein bist. Jemand weiß, was du mitmachst, und
versteht, wie du dich fühlst.
absatz6


Wie und wo kann ich THAMAR erreichen?
- Wir sind umgezogen. Du findest uns in der Stuttgarter Straße 17 in
Böblingen.
Zu folgenden Zeiten sind wir persönlich am Telefon zu erreichen:
- Montag und Donnerstag zwischen 10.00 Uhr und 13.00 Uhr, Dienstag zwischen
16.00 Uhr und 19.00 Uhr und Mittwoch zwischen 13.00 Uhr und 16.00 Uhr. Zu
allen anderen Zeiten kannst du eine Nachricht auf Band hinterlassen. Wir rufen
dann zurück.
- Außerdem kannst du nachts zwischen 20.00 Uhr und 7.00 Uhr, sowie Samstag,
Sonntag und an Feiertagen unter derselben Telefonnummer unseren Notruf
erreichen Telefon:
07031 / 222066
